Zu- und Eingänge gestalten

Inhaltsverzeichnis
In einem Haus, in dem mehrere Haushalte beieinander wohnen, ist die Gestaltung der Zugänge und Eingänge eine komplexe Angelegenheit. Zugänge und Eingänge haben sowohl eine funktionale als auch eine soziale, ja sogar eine symbolische und identitätsstiftende Dimension. Daher kann die Gestaltung dieser Schnittstelle Kontakte fördern, aber auch zu Konflikten führen.

Haus B.

Frau und Herr B. bewohnen ein EFH in einem ruhigen Quartier. Beide stehen kurz vor der Rente. Haus und Garten werden nach und nach zur Belastung. Sie entscheiden sich, die vorhandenen Baureserven zu nutzen, um einen Anbau für eine zweite Wohnung zu erstellen. Sie selbst ziehen dort ein. Das bestehende Haus überlassen sie ihrer Tochter und deren zwei Kindern.

Haus B. - Vor dem Umbau

Beim Anbau handelt es sich um einen Flachdachbau. Er liegt ein halbes Stockwerk tiefer an der Westfassade des bestehenden Gebäudes.

Haus B - Realisiertes Projekt

Privatsphäre bewahren

Um ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten, ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken über die Unabhängigkeit der Zugänge zu machen und Massnahmen zu ergreifen, um die Privatsphäre der verschiedenen Haushalte bewahren.
Im Familienverband zu wohnen, ändert nichts daran: Der Schritt vom EFH zum MFH ist keine Selbstverständlichkeit!

Konflikten vorbeugen

Der Zugang zum Haus erfolgt über eine private Sackgasse, die einen schrittweisen Übergang vom öffentlichen zum privaten Raum garantiert. Der Weg endet in einem gemeinsamen Innenhof, wo sich die Nachbarn begegnen. Gleichzeitig erleichtert er das Manövrieren der Autos. Die Parkplätze sind eindeutig den einzelnen Wohnungen zugeordnet. So werden Konflikte vermieden!

Schrittweiser Übergang

Beide Wohnungen sind durch getrennte Gehwege mit dem Innenhof verbunden. Die beiden Eingangstüren sind klar voneinander getrennt, die Zugänge kreuzen sich nicht. Unterschiedliche Bodenbeläge tragen dazu bei, den gemeinsamen Hof von den privateren Wegen sowie den Eingängen zu trennen.

Getrennte Zugänge

Einblicke vermeiden

Ein wichtiger Aspekt sind die Blickbeziehungen. Auch wenn der Sichtkontakt als eine gute Voraussetzung für Kontakte erscheinen mag, kann sich im Alltag ein Gefühl der gegenseitigen Überwachung einstellen. Es ist daher besser Aus- und Einblicke zu vermeiden oder schützende Massnahmen zu ergreifen: Alle sollten frei kommen und gehen können, ohne sich beobachtet zu fühlen.

Sichtbeziehungen kritisch hinterfragen

Aneignung fördern

Die Wohnung im neuen Anbau verfügt über eine Terrasse vor dem Eingang. Indem sie sich hier aufhalten, können Frau und Herr B. eine gewisse Kontaktbereitschaft signalisieren. Solche Möglichkeiten der Aneignung machen einen wesentlichen Unterschied zum Leben in einer anonymen Wohnung aus. Der Eingangsbereich dient auch der Selbstdarstellung. Mit verschiedenen Gestaltungselementen wird der eigene Geschmack und Lebensstil kommuniziert.

Mehr als nur ein Eingang

Schwellenräume gestalten

Der Übergang vom öffentlichen zum privaten Raum kann als eine Abfolge von aufeinanderfolgenden Räumen mit abnehmender Fläche gestaltet werden. Verschiedene Bodenbeläge können die Schwellenelemente markieren. Je feiner der Übergang, desto mehr fühlt man sich zu Hause!

Schwellenräume

Stufen durch Rampe ersetzen

Der Anbau, in dem das Eigentümerpaar im Alter wohnen möchte, befindet sich leicht unterhalb des Zugangshofs. Dieser Höhenunterschied - von etwa drei Stufen – unterstreicht die Unabhängigkeit ihrer Wohnung. Anstelle von Stufen wurde jedoch eine Rampe gebaut, damit das Wohnenbleiben selbst bei eingeschränkter Mobilität garantiert bleibt.

Stufen möglichst vermeiden

Der Bau einer Rampe erfordert eine sorgfältige Planung, die gleich zu Beginn des Projekts durchgeführt werden sollte. Um 3 Stufen zu ersetzen, braucht es eine Rampe von mehr als 8 Metern Länge! Dieser Platz ist im Nachhinein nicht immer verfügbar. Das nachträgliche Ersetzen von Stufen durch eine Rampe kann deshalb problematisch sein.

Eine Rampe braucht Platz

Briefkästen platzieren

Der Platzierung von Briefkästen und Hausschildern kommt auch eine symbolische Bedeutung zu. Gruppierte Briefkästen fördern zufällige Begegnungen, erhöhen aber die Kontrolle. Getrennte Kästen ermöglichen mehr Autonomie. Es handelt sich auch hier um Identitätsmarker.

Kontaktförderung oder Kontrolle?

Nutzung und Rollen verteilen

Die sorgfältige Gestaltung der Eingangsräume sowie die Zuweisung ihrer Nutzung helfen einfache und klare Regeln für den Unterhalt definieren. Damit wird das Zusammenleben nicht unnötig strapaziert.

Rollen verteilen

Schlussüberlegungen

In einem Haus, in dem mehrere Haushalte beieinander wohnen, ist die Gestaltung der Zugänge und Eingänge eine komplexe Angelegenheit.

Eine klare Trennung und die Möglichkeit zur persönlichen Gestaltung sind wichtige Merkmale des individuellen Wohnens (im Gegensatz zum kollektiven Wohnen, wo diese Qualitäten häufig fehlen).

Deshalb ist es wichtig, den Zu- und Eingangsbereich mit Fingerspitzengefühl zu gestalten, um die Qualität des individuellen Wohnens zu erhalten und gleichzeitig ein harmonisches Zusammenleben unter den Mitbewohner·innen zu fördern.

Das Haus B.

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